Unser Konzept

Im Rahmen meiner Lehrtätigkeit beobachtete ich jahrzehntelang Schüler mit Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechtschreibens. In jeder Grundschulklasse sitzen ca. 10 – 15%, in der Mittelschule ist der Anteil betroffener Schüler erheblich größer. Die Erkenntnis, dass die gängige Lehrmethode trotz massiven, häuslichen Übungseinsatzes wenig Fortschritt erzielt, führte zur Entwicklung des vorliegenden Rechtschreiblehrganges.

Was hilft Kindern mit Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechtschreibens?

Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass sich Kinder die Schreibweise von Wörtern leichter einprägen,

  • wenn der Wortschatz  nicht im Rahmen von Texten, sondern in rechtschriftlichen Zusammenhängen sortiert angeboten wird.
  •  wenn systematisch nach neuen Erkenntnissen der Wissenschaft (Stufenmodell) trainiert wird.
  • wenn das Prinzip „vom Leichten zum Schweren“ Beachtung findet.
  • wenn die Anforderungen nur in kleinsten Lernschritten erfolgen.
  • wenn erlernte Regeln, bzw. Strategien immer wieder in ähnlichen Zusammenhängen angeboten werden.
  • wenn das Übungsangebot erfolgversprechend und motivierend ist.

 

Das vorliegende Rechtschreibkonzept

  • bietet den Wortschatz sortiert an
  • übt Lernstrategien ein
  • schult das Gehör, z.B. kurzer und langer Mitlaut
  • ermöglicht Selbstkontrolle und Erfolgserlebnisse
  • ist langjährig an betroffenen Kindern erprobt
  • kann von Kindern weitgehend selbstständig bearbeitet werden
  • gibt Eltern endlich ein sinnvolles Übungsmaterial  an die Hand.

 

Zu Heft 1  Mitsprechwörter: Wörter, die man schreibt, wie man sie spricht

Voraussetzung für die Arbeit mit Heft 1 ist die mehr oder weniger sichere Kenntnis der  Laute und Schriftzeichen des Alphabets.  Es sollte daher erst gegen Ende der ersten Klasse zum Einsatz kommen.

Heft 1Übungsschwerpunkt:

Um eine korrekte Rechtschreibung anzubahnen, muss eine sichere Grundlage geschaffen werden: das lauttreue Schreiben. Kinder mit Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechtschreibens können häufig einzelne Buchstaben nur unzureichend lautlich unterscheiden und ihre Schreibweise richtig anwenden, z.B. d/b; g/k; b/p usw. Deshalb liegt hierin ein Schwerpunkt der Übungsaufgaben.  Sie sind jedoch exemplarisch zu verstehen: Hat ein Kind mit weiteren Lauten Probleme, sollten diese in ähnlicher Weise trainiert werden, d.h. also in Verbindung mit Handzeichen, die den Merkprozess wesentlich unterstützen können.

 

 

 

 

Heft 1 führt vier grundlegende Rechtschreibstrategien ein:

  • Wörter beim Schreiben deutlich  mitsprechen
  • Wörter richtig trennen
  •  Wörter  groß oder klein  schreiben
  •  Wörter verlängern (um den Endlaut deutlich hören zu können, z.B. Wand –Wände)

Jeder Strategie ist ein Symbol zugeordnet. Diese Symbole erscheinen am Seitenrand in allen Heften, um die  Kinder immer wieder an den mit dem Schreiben verbundenen Hör- und Denkprozess zu erinnern.

Motivation:

Betroffene Kinder brauchen Zuversicht in ihre eigene Leistungsfähigkeit. Deshalb ist es notwendig, ihre Bemühungen positiv zu verstärken: jedes Kapitel endet deshalb mit einer Prüfe dich selbst Seite und einem sichtbaren Zeichen ihres Lernfortschrittes.

 

Zu Heft 2 Wörter mit st/sp: Diese Wörter schreibt man anders als man sie spricht

Die Übungen in diesem Heft richten sich an Kinder, die Schwierigkeiten haben, sich Laut und Schriftzeichen (Laut: scht ./. Schriftzeichen: st – Laut: schp ./. Schriftzeichen: sp) zu merken.

Heft 2Übungsschwerpunkt:

Nach dem Training lauttreuer Wörter werden in Heft 2 nun Wörter vorgestellt, die man nicht schreibt, wie man sie spricht. Ausgedehnte Hörübungen leiten den Lernprozess ein. Die richtige Schreibweise wird im Anschluss auf vielfältige Art eingeübt: als Anlaut, als Inlaut und in Zusammensetzungen, z.B. nach Vorsilben oder in zusammengesetzten Nomen.

Die Arbeitsaufgaben festigen die in Heft 1 vorgestellten Rechtschreibstrategien. Darüber hinaus werden erste Sprachübungen aus der Thematik Sprache untersuchen angeboten, d.h. also Lehrinhalte, die der sogenannten Sprachlehre zugeordnet werden: z.B. Wortfamilien, Trennregeln, Wortzusammensetzungen.

 

 

Lehrkonzept:

Wortschatz und Aussprache sind regional je nach Dialektfärbung unterschiedlich. Das Training der Wörter mit st/sp steht stellvertretend für den Aufbau alternativer Übungsprogramme, z.B. die Gegenüberstellung von harten und weichen Lauten (b/p, d/t, usw.)

 

Zu Heft 3 Wörter mit Mitlautverdopplung, z.B. ff, ll, mm, nn, ss, tt…

 Heft 3Übungsschwerpunkt:

Wörter mit einem oder zwei gleichen Mitlauten klingen verschieden: z.B. Hüte ./. Hütte.

Hörübungen bilden daher einen wichtigen Schwerpunkt der Übungen. Ziel ist es, das Gehör der Kinder so zu schulen, dass sie selbst entscheiden können, ob in einem Wort eine Mitlautverdopplung vorliegt oder nicht. Wörter mit zwei gleichen Mitlauten muss man sich nicht merken: Man kann hören, ob der vorhergehende Selbstlaut kurz oder lang gesprochen wird, d.h. das Wort folglich mit einem oder zwei Mitlauten geschrieben wird. Da die Kenntnis der Begriffe Mitlaut  und Selbstlaut  Voraussetzung dafür ist,  steht sie  am Beginn des Rechtschreibtrainings.

Lehrkonzept:

Die Besonderheit des vorliegenden Übungsangebotes liegt darin, dass  Wortsammlungen zu jeder Art von Mitlautverdopplung angeboten werden, also z.B. ca. 20 – 30 Wörter mit ff, dem gegenüber stehen ca. 20 Wörter mit einfachen f, unterlegt mit den dazu gehörigen  einfachem m, unterlegt mit den dazu gehörigen Rechtschreibregeln, usw.

Motivation:

Um die Leistungsbereitschaft der Kinder zu erhalten, werden in regelmäßigen Abständen  Prüfe dich selbst –  Seiten mit einem sichtbaren Zeichen ihres Lernfortschrittes angeboten.

 

Zu Heft 4 Wörter mit Mitlautverdopplung, z.B. pp,tz, ck….

Heft 4Übungsschwerpunkt:

Heft 4 dient der Übung von Wörtern mit seltenen Mitlautverdopplungen wie rr, pp, dd, gg, und  bb. Die Buchstabenverbindungen tz und ck leiten sich aus zz und kk ab und unterliegen den gleichen Rechtschreibregeln. Sie wurden daher ebenfalls in diesem Heft aufgenommen.

Voraussetzung für die Arbeit mit Heft 4 ist die Gehörschulung, d.h. die Kenntnis über lang oder kurz gesprochene Selbstlaute, wie sie in Heft 3 trainiert werden.

Selbstlaute werden auch in folgenden Wörtern Heft, Park  oder Wand kurz gesprochen, weil auf den Selbstlaut zwei Mitlaute folgen. Diese Wörter wurden bereits in Heft 1 als Mitsprechwörter geübt, werden aber noch einmal in Heft 4 vorgestellt. Sie gehören in den rechtschriftlichen Zusammenhang der kurz bzw. lang gesprochenen Selbstlaute. Die Regel besagt, dass Selbstlaute kurz gesprochen werden, wenn zwei Mitlaute folgen. Dies können zwei gleiche oder zwei verschiedene Mitlaute sein.

Lehrkonzept:

Neben Wortsammlungen wie in Heft 3 gilt das besondere Augenmerk der vorliegenden Übungen auf dem Training aller Rechtschreibregeln, die in Zusammenhang mit der Doppelung von Mitlauten stehen.

 

Zu Heft 5 Merkwörter: Wörter mit h, ie, ß, v, aa, ee, usw.

Heft 5Übungsschwerpunkt:

Wörter mit rechtschriftlichen Besonderheiten ( h, ie, ß, v, aa, ee…) oder schwierigen Lauten ( chs, qu, x…)  bereiten betroffenen Kindern in der Regel große Schwierigkeiten. Die Einordnung dieser Wörter zur Kategorie Merkwörter erfolgt auf der Grundlage jahrelanger Beobachtung  von Fehlerschwerpunkten. Da sich kaum Regeln ableiten lassen und auch das Abhören der Silben nur bedingt hilft, muss man sich diese Wörter merken. Nach meinen Erfahrungen gelingt dies am ehesten, wenn Merkhilfen, bzw. Merkstrategien an die Hand gegeben werden:

Das Wichtigste dabei erscheint mir, zuerst einmal darzustellen, wie viele Wörter mit der jeweiligen Besonderheit es überhaupt gibt. Wenn Kindern klar wird, dass  insgesamt im bayerischen Grundwortschatz nur ca. 30 Wörter mit „v“ gemerkt werden müssen, erleichtert das die Motivation, diese einfach auswendig zu lernen, erheblich.

 

Lehrkonzept:

Wörter mit der jeweiligen Besonderheit werden gesammelt  vorgestellt.

Es folgen Übungen in rechtschriftlichen Zusammenhängen und Angebote, wie man sich diese Wörter einprägen kann, z.B. auf Plakate schreiben, mit Bildern versehen, auf Karteikarten notieren oder in Sinnzusammenhänge fassen.

Merkwörter nachhaltig speichern:

Die Arbeit mit diesem Heft reicht möglichweise nicht aus, um alle Merkwörter nachhaltig zu speichern.  Greifen Sie daher auf die Merkstrategien zurück, die Ihnen für Ihr Kind am besten erscheinen:

Merkwörter können gelernt werden wie ein Gedicht oder das Einmaleins. Dabei ist es nicht wichtig, dass das Kind die Wörter unzählige Male schreibt, das Wiederholen sollte in Form von aus dem Gedächtnis hersagen können geschehen. Sie fragen Ihr Kind bei allen möglichen Gelegenheiten, z.B. im Wartezimmer, in der S-Bahn usw. Wie viele Wörter mit ß weißt du noch? Denk dir eine Geschichte aus, in der so viele Wörter wie möglich mit ie vorkommen.

Eine sehr empfehlenswerte Methode ist das Schreiben auf Karteikarten: Unter dem Link Übungshilfen finden Sie ausführliche Hinweise, wie man mit Karteikarten sinnvoll und lustbetont üben kann.

 

Zu Heft 6 Sekundarstufe:

Bild 6Übungsschwerpunkt:

In Heft 6 wird im Rahmen von ca. 80 Seiten das oben beschriebene Rechtschreibkonzept aufbereitet für Schüler ab der 5. Klasse. Es eignet sich in seiner Struktur nicht nur für das selbstständige Üben, sondern stellt eine Grundlage für einen methodisch systematisch aufgebauten Rechtschreibunterricht in der   Sekundarstufe dar: Schüler mit Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechtschreibens profitieren kaum von der häufig üblichen Unterrichtspraxis, Texte nach Diktat niederzuschreiben. Ziel eines erfolgreichen Unterrichtes ist es, Schüler zu befähigen, selbst verfasste Texte richtig aufzuschreiben. Dies entspricht der Lebenswirklichkeit in der Arbeitswelt.

Inhalt und Aufbau der Übungseinheiten in Heft 6 konfrontieren  Schüler mit ihren Fähigkeiten und Defiziten beim Rechtschreiben. Sie vermitteln alle wichtigen Rechtschreibregeln und notwendige Strategien, eigene Texte rechtschriftlich zu überarbeiten.

Lehrkonzept:

Voraussetzung für ein erfolgreiches Lernen ist die Kenntnis der eigenen Fähigkeiten. Die Feststellung des Fehlerschwerpunktes ist damit der Ausgangspunkt für einen individualisierenden Rechtschreibunterricht. Erst, wenn der Schüler weiß, was er schon kann, lässt er sich motivieren, Bereiche zu erarbeiten, die ihm noch Probleme bereiten. Die Übungsaufgaben, Leistungskontrollen, Lösungsvorgaben und Lernhilfen machen es ihm möglich,  systematisch und selbstständig an den eigenen rechtschriftlichen Schwächen arbeiten.

Übungsaufgaben, die sich mit den wichtigsten Regeln der deutschen Rechtschrift befassen, sind optisch gekennzeichnet und machen daher mehrfaches Wiederholen möglich.

Motivation:

Ein besonderes Anliegen dieses Arbeitsheftes ist es, den Schüler persönlich anzusprechen, ihm die Gründe für seine Defizite beim Rechtschreiben zu erklären und ihn dadurch zu motivieren,  sich noch einmal mit seiner ganzen Kraft dem Erlernen des Rechtschreibens zu widmen.



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