Artikel anzeigen: Lesen und verstehen

Lesen können bedeutet in der Lage sein, die Buchstaben in angemessener Geschwindigkeit aneinander zu binden und sprachlich korrekte Wörter daraus zu formulieren und den Inhalt des Gelesenen sinngemäß zu entschlüsseln. Lesen hat damit zwei Dimensionen: die Lesetechnik und die Sinnentnahme.

Kinder mit Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens sind häufig in beiden Dimensionen betroffen. Es kommt aber auch vor, dass Kinder flüssig lesen und dennoch den Sinn des Textes nicht einwandfrei entnehmen können, ebenso ist es möglich, dass sie trotz mangelnder Lesegeschwindigkeit  keine Probleme beim Textverständnis  haben.

Sätze wie das Kind liest gut, es kann keine Leseschwäche haben sind mit Vorsicht zu betrachten.  Es bedarf einer exakten Diagnose und Beobachtung des betroffenen Kindes. Mangelnde Sinnentnahme beeinträchtigt die Leistungen eines Kindes nämlich nicht nur bei Leseproben, sondern bei allen textgebundenen Aufgabestellungen in der Schule, d.h. also eigentlich bei allen Leistungskontrollen, da die Aufgabestellungen immer schriftlich gestellt werden. Diese Kinder erweisen sich bei mündlicher Abfrage wesentlich leistungsfähiger als im Schriftlichen. Besonders bitter ist natürlich auch, dass diese Kinder auch bei guter, bis sehr guter Intelligenz nicht einmal in Mathematik ihre wahre Stärke zeigen können. Textaufgaben bereiten meist große Schwierigkeiten.

Was können Sie als Eltern tun, um Lesetechnik bei Ihrem Kind zu fördern?  Lesen lernt man nur durch Lesen! 10 Minuten Übung mehrmals in der Woche – am besten täglich – bringt den höchsten Leistungszuwachs. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass längeres Üben zu keinem bemerkenswerten Leistungszuwachs führt. (Klicpera/Klicpera-Gasteiger, Psychologie der Lese-Rechtschreibschwierigkeiten). Überfordern sie Ihr Kind nicht, sondern versuchen Sie es bei Laune zu halten. Es braucht sehr viel Konzentration für das Lesen und nach höchstens 10 Minuten ist es müde. Hier gilt der Grundsatz: weniger ist mehr! Sie möchten sicher gerne, dass Ihr Kind später selbst viel liest, das erreichen Sie wahrscheinlich weniger gut, wenn die Leseübung ständig mit Tränen verbunden ist.

Was können Sie als Eltern tun, um die Sinnentnahme bei Ihrem Kind zu fördern?

Das Sinnverständnis nachhaltig zu verbessern, ist ein schwieriges Unterfangen. Nach meiner Erfahrung kann man als Eltern nichts Besseres dafür tun, als vorlesen, vorlesen und noch einmal vorlesen. Das gilt besonders für Kinder mit verlangsamter Lesetechnik. Sie brauchen zur Lesetechnik so viel Konzentration, dass für eine adäquate Sinnentnahme keine Kraft mehr bleibt.  Daher lesen diese Kinder nicht freiwillig, so wie Sie sicher auch nicht lustvoll einen Text lesen würden, den Sie nicht verstehen. Versuchen Sie im Bauch Ihres Kindes das Gefühl zu verankern Lesen ist schön. Das gelingt am besten, wenn Sie gute, spannende Kinderliteratur auswählen und Ihrem Kind ohne jeden Leistungszwang am besten täglich vorlesen. Ihr Kind muss sich darauf freuen können, dann wird es zumindest im späteren Alter selbst gerne zu Büchern greifen.  Kinder, die nicht lesen, fallen im Vergleich zu ihren Klassenkameraden in der Sprachentwicklung ständig zurück. Lesen erweitert das Verständnis für Satzbau und den Wortschatz. Wenn Ihr Kind anfängt selbstständig zu lesen, können Sie sich in Ruhe wieder Ihren eigenen Büchern zuwenden. Bis dahin allerdings sind Sie auch in diesem Bereich durch Vorlesen der beste Förderlehrer!

Posted in Lesen und verstehen, Was Sie als Eltern wissen sollten



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