Artikel anzeigen: Soll mein Kind Bescheid wissen?

Manchmal sind sich Eltern nicht ganz klar darüber, ob sie ihrem Kind sagen sollen, dass es eine Lese-Rechtschreibschwäche/Legasthenie/Rechenschwäche hat.

Diese Frage beantworten Sie sich am besten mit folgenden Fragen: Hätte es Ihnen selbst geholfen, wenn Sie damals darüber Bescheid gewusst hätten? Würde es Ihnen heute helfen, wenn man Sie im Unklaren darüber ließe, warum Sie etwas nicht leisten können, was anderen möglicherweise leicht fällt? Sollten Sie diese Fragen mit einem klaren Ja oder Nein beantworten können, erleichtert das sicherlich Ihre Entscheidung. In der Regel ist es angebracht, offen und ehrlich mit seinem Kind umzugehen. Die Befürchtung, dass sich Ihr Kind nun auf seiner „Schwäche“ ausruhen wird und sich nicht mehr anstrengen will, ist eher unbegründet. Jedenfalls ist die Chance, dass es sich weiterhin bemüht, größer, wenn es richtig über den Verlauf seiner besonderen Problematik aufgeklärt wird. Wenn ich richtig aufgeklärt sage, bedeutet dies, dass Ihr Kind wissen muss, dass es grundsätzlich nichts für seine Schwäche kann und dass es nicht zu dumm oder faul ist. Im gleichen Atemzug aber muss Ihr Kind damit konfrontiert werden, dass es etwas tun muss und was es tun muss, damit es seine Schwäche auf Dauer überwinden kann. Wie bereits mehrfach darauf hingewiesen, ist ein kurzfristiger Erfolg in den allermeisten Fällen nicht möglich. Und auch das muss Ihr Kind wissen.

Da sich Eltern zusammen mit ihrem Kind meist Jahre vergeblich um eine Leistungssteigerung bemühen, kann es ratsam sein, diese Aufklärung einem kompetenten Berater bzw. Beraterin zu überlassen. Kinder schenken in solchen Fällen den Aussagen ihrer Eltern möglicherweise weniger Vertrauen als einem neutralen Fachmann.

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